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Hochsauerland – Rund um den Kahlen Asten

Hochsauerland – Rund um den Kahlen Asten



Hochsauerland – Rund um den Kahlen Asten
Das Sauerland ist die größte Ferienregion in Nordrhein-Westfalen, dehnt sich bis nach Hessen aus und wurde schon früh von Touristen entdeckt. Mit dem Siegeszug des Automobils, Ende der 1950er Jahre, wurde es schnell zum Ausflugsziel für Menschen, die am Wochenende, will sagen in kürzester Zeit der Enge ihrer Wohnungen und Städte entfliehen wollten.

Die Menschen fahren ins das „Land der 1000 Berge“ wegen der Natur. Sie ist hier viel abwechslungsreicher als in den meisten Regionen Deutschlands. Lange Bergzüge, große zusammenhängende Waldgebiete, viele kleine und große Seen und natürlich die großen Stauseen, sowie die einzigartigen Tropfsteinhöhlen – die größte und schönste ist die Attahöhle – locken zu jeder Jahreszeit unzählige Besucher ins Land.
In Ramsbeck befindet sich das Erzbergbaumuseum und Besucherbergwerk. Auch das Bergwerk bietet sich als Allwetter-Ausflugsziel für einen spannenden Besuch in die Welt „unter Tage“ an.
Mächtige Burganlagen und Schlösser laden ein in Ihre Museen und Restaurants. In einer der schönsten erhaltenen Höhenburgen Deutschlands, Burg Altena, befindet sich neben dem Museum und dem Burgrestaurant die älteste Jugendherberge Deutschlands. Die mächtigste Burganlage des Sauerlandes ist Burg Schnellenberg hoch über Attendorn, heute Restaurant und Hotel.
Ins Sauerland kommt man meist klassisch mit dem Auto, aber immer mehr Besucher kommen auch als Radwanderer.
Das Hochsauerland umfasst den höchsten Teil des Rothaargebirges mit dem bekannten Rothaarsteig, einen Teil des Arnsberger Waldes und die Briloner Höhen mit den Bruchhauser Steinen. Es hat eine Fläche von ca. 1950 km² und rund 280.000 Einwohner.
Im Übrigen ist das Sauerland eine waldreiche, flach gewellte Mittelgebirgslandschaft, mit der Ruhr, ihren Zuflüssen und vielen Talsperren. Sie dienen den Menschen als Erholungsgebiet und sind Wasserlieferant für das gesamte Ruhrgebiet.
Die hier lebenden Menschen führten seit frühester Zeit ein bescheidenes Leben und mussten dem kargen Boden jeden Bissen Nahrung abtrotzen. Sie verstanden und verstehen es aber auch zu feiern. In Brilon z. B. wird noch heute der „Schnadegang“ zelebriert, der eingeleitet wird mit dem Hörnerklang einer Bläsergruppe von Jägern. Schützenfeste, Schlacht- und Erntefeste gibt es hier mehr als Andern Orts. Wenn Sie sich etwas eingehender mit dieser Region befassen, werden Sie immer neue Dinge entdecken, die auf Ihren Besuch warten.
Eines der bekanntesten Ziele für den Sonntagsausflug oder für den kleinen Skiurlaub oder „nur“ zum Relaxen in einem Wellnesshotel, ist die Region rund um den Kahlen Asten.

Der Kahle Asten
Mit einer geografischen Höhe von 841m gilt der Kahle Asten als der „Vater der sauerländischen Berge“. Er ist der bekannteste und wohl auch meist besuchte Berg, wenn auch nicht der höchste im Sauerland (der Langenberg ist 843,2 m hoch), so doch dessen zentraler Mittelpunkt. Wenn Sie von Winterberg kommend in Richtung Alt-Astenberg fahren, zeigt Ihnen der Wegweiser nach wenigen Kilometern den Weg direkt auf den Gipfel. Großzügig angelegte Parkplätze für Busse und Pkw lassen erahnen, dass man hier zu Saisonzeiten auf eine große Anzahl von Besuchern trifft. Hier auf dem Gipfel befindet sich eine Wetterstation mit Aussichtsplattform (862 m). Wenn Sie die Aussicht von der Plattform des Turms der Wetterstation genießen möchten, führt Sie der Weg durch den Eingangsbereich des Berggasthofes Kahler Asten. Der Gasthof und das Hotel ist gewissermaßen um den Aussichtsturm der Wetterstation herum gebaut. Im Januar 2006 wurde das neue Hotel mit 17 komfortablen Doppelzimmern eröffnet. Das neue Selbstbedienungsrestaurant im Erdgeschoss wird vor allem von Wanderern und Motorradfahrern gerne genutzt. Im ersten Stock befindet sich die Lobby des Hotels sowie das schlicht und elegant ausgestattete Restaurant.
An der Rückseite des Gasthofs befindet sich ein Biergarten – der Treffpunkt der Besucher des Berges schlechthin. Hier wird sich auf die Wanderung vorbereitet oder nach der Wanderung gerastet.
Auf dem Kahlen Asten befindet sich die größte Hochheide Deutschlands. In den letzten Jahrzehnten bedauerlicherweise durch Baumbewuchs etwas aus der Form geraten, wird Sie zurzeit in den ursprünglichen Zustand zurück kultiviert. Renaturiert kann man an dieser Stelle nicht sagen, weil die Heide eine Kulturlandschaft ist, die bei mangelnder Pflege verwildert und zuwuchert. Schafherden halten den Bewuchs auf natürliche Weise kurz.
Ein Rundwanderweg um den Gipfel sowie ein ausgeschildertes Wegenetz für Fernwanderungen (z. B. in das benachbarte Schmallenberg) über den Rothaarsteig geben Spaziergängern und Wanderern Orientierungshilfen.
In Schmallenberg, in der Nähe vom 647 m hohen Wilzenberg befindet sich das Vier-Sterne-Superior Hotel der Familie Deimann. Das Haus ist eine Hochburg für Wanderer von nah und Fern, die das Hotel gerne für geführte Wandertouren buchen.
Eigene ausgeschilderte Wanderwege, die gleich hinter dem Hotel beginnen, eine eigene Berghütte und ein technisch ausgeklügeltes Versorgungsmobil für die geführten Wandergruppen. Von diesem Versorgungsmobil werden die Wanderer an den schönsten Stellen des Rothaarsteiges von der Küche des Hotels versorgt.
Der zentrale und gleichzeitig bekannteste Ort am Kahlen Asten ist Winterberg. Im Ortskern befinden sich zahlreiche Hotels und Restaurants mit ihren Biergärten direkt in der Fußgängerzone oder am Rand des Marktplatzes gelegen. Winterberg ist Anziehungspunkt für unzählige Touristen – im Sommer und im Winter.
Winterberg ist durch seine vielen Loipen und Pisten natürlich auch ein Ziel für Wintersportler. Bekannte Wintersportstätten wie die Sprungschanze „St. Georg“ oder die internationale Bob- und Rodelbahn haben Winterberg in der ganzen Welt bekannt gemacht.

Von Winterberg aus in Richtung Medebach kommen Sie an der Ruhrquelle (Ruhrkopf 695,7 m) vorbei. Vom Parkplatz aus gelangen Sie über eine Holzbrücke, die sich über ein kleines Rinnsal spannt (die junge Ruhr) nach nur wenigen Metern zur Ruhrquelle. Hier beginnt die Ruhr Ihre 128 km lange Reise bis nach Duisburg Ruhrort, wo sie in den Rhein mündet. Die Ruhr ist auch Namensgeber für eines der bekanntesten Industriegebiete der Welt.

Die Bruchhauser Steine
Nur etwa 500 m entfernt vom Örtchen Bruchausen (bei Olsberg), am Nordwesthang des 721 m hohen Istenberges, befinden sich vier große Felsen aus Porphyr*. Über dem Tal des Gierkoppbaches ragen sie bis zu 90 m hoch auf. Der Gipfel des Bornstein (92 m) liegt in 756 m Höhe und überragt damit den Gipfel des Istenberges um 35m. Die vier Hauptfelsen, Bornstein (92 m), Ravenstein (72 m), Goldstein (60 m) und Feldstein (45 m) umfassen eine Fläche von 21 Hektar. Der Wanderfalke hat an den Steinen sein einziges Brutvorkommen an einem Naturfelsen in NRW:
Die erdgeschichtliche Entstehungszeit dieser Porphyrfelsen liegt ca. 400 Millionen Jahre zurück. Um 500 v. Chr. wurde hier eine gigantische frühgeschichtliche Wallburganlage als Fluchtburg erbaut. Die einzelnen Felsen waren zu dieser Zeit durch einen Ringwall verbunden. Die Fluchtburg diente auch als Kult und Ritualstätte und ist die älteste ihrer Art in Westfalen.
Vor dem schmalen Weg, der zu den Steinen führt, befindet sich ein Informationszentrum und eine kleine Gaststätte (Imbiss) mit Terrasse.

Stürmische Zeiten
Am 18. Januar 2007 war der Orkan „Kyrill“ über Europa hinweg gezogen. Es war der wohl verheerenste Orkan seit Jahrzehnten. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 50.000 Hektar Wald vernichtet. Am stärksten traf es die Regionen Sauer- und Siegerland. Der Sturm richtete den bis dahin größten jemals festgestellten Schaden an. Es bot sich den Menschen ein bis dahin nicht bekanntes Bild der Verwüstung. Allein in Schmallenberg sind rund 500 Häuser von dem Orkan beschädigt worden. Ganze Landstriche haben sich verändert. Das hatte selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Tourismusbranche. Negativschlagzeilen über die Region beherrschten wochenlang die Medien. Massive Buchungsrückgänge und Stornierungen waren die Folge. Die Aufräumarbeiten begannen bereits einige Tage nach dem Sturm. Der starke Frosteinbruch am 23.01.07 begünstigte die Arbeiten und machte den Einsatz von schwerem Räumgerät oft erst möglich. Die Regionalkonferenz der Landesregierung in Siegen beschloss neben den Landesmitteln für die Wiederaufforstung ein Sonderkreditprogramm für die Waldbesitzer.

Wer im Juni durch das Sauerland fuhr oder auch Abseits der Hauptverkehrsstraßen auf eine Wandertour ging, konnte feststellen, dass die Waldwege geräumt und wieder frei zugänglich waren. Unsere Nachfrage am 07.08.07 beim Sauerland Tourismus e.V. ergab, dass der Rothaarsteig, der Uplandsteig, die Region um Winterberg und Schmallenberg wieder „frei“ sind. Auch die Region um die Bruchhauser Steine ist bereits seit dem 30.03.2007 wieder geöffnet. Wanderer und Biker können im Hochsauerland also wieder ihren Aktivitäten nachgehen und einem Familienausflug steht auch nichts mehr im Wege. Der aufmerksame Besucher des Hochsauerlandes wird feststellen, dass sich durch den Sturm auch das Gesicht der Landschaft teilweise verändert hat - nicht nur zum Negativen. Von den vielen Gipfeln genießt man jetzt Ausblicke, die einem vor dem Sturm verwehrt waren. Liebhaber dieser Region können die Landschaft jetzt teilweise neu erleben.
Seien Sie neugierig, einem ungetrübten Freizeit- und Urlaubsvergnügen im Sauerland steht nichts mehr im Wege.