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Das Münsterland

Das Münsterland



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Das Münsterland
Das Regionalbewusstsein ist bei der Münsterländer Bevölkerung auch im 21. Jahrhundert noch sehr stark ausgeprägt. Es ist daher nicht gerecht, das Münsterland auf die Stadt Münster und die vier politischen Kreise Borken, Coesfeld, Warendorf und Steinfurt zu begrenzen, wie es politisch korrekt wäre. Es gibt auch heute noch so etwas wie das gefühlte Münsterland.

Diese Region Münsterland basiert vor allem auf historischen Grenzen, der Sprache, einer gemeinsamen Geschichte und dem katholischen Glauben. Die landwirtschaftlich geprägte Region ist eingerahmt von großen, noch zusammenhängenden Waldflächen, wie der Haard, der Davert und den Baumbergen, Mooren und Heideflächen, wie der Westruper Heide oder dem Gebiet rund um das „Heilige Meer“ in der Nähe von Hopsten. Allen voran aber ist die Stadt Münster das geistige, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum dieser nach ihr benannten Region und einzige Großstadt. Verwaltungsrechtlich hat das Münsterland eine Fläche von 5.940 km² und eine Einwohnerzahl von ca. 1,6 Millionen. Im Westen grenzen die Niederlande an, im Süden das Ruhrgebiet, im Südosten die Soester Börde, im Osten die Region Ostwestfalen-Lippe, im Nordosten und Norden Niedersachsen. Die Bevölkerung orientiert sich aber eher an den historischen Grenzen.

Die historischen Grenzen sind gleichzusetzen mit denen des seit dem Hochmittelalter bis zum Jahre 1803 bestehenden Hochstifts Münster. Hier wurden die Grenzen im Süden durch die Lippe gebildet und im Nordosten verlief sie etwa mittig zwischen Teutoburger Wald und oberer Ems. Die Grenzen hatten Bestand bis zur großen nordrhein-westfälischen Kommunal-Gebietsreform, in deren Folge es unter anderem auch zu umfangreichen Eingemeindungen kam. Der größte Teil des Münsterlandes ist von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geprägt, die dabei relativ kleinteilig ist. Äcker, Wiesen, Weiden, kleine Wälder und Wallhecken ergeben ein abwechslungsreiches Bild, weshalb man auch von der „Münsterländer Parklandschaft“ spricht.

Besiedelt wurde das Gebiet seit 8000 v. Christus. Seit etwa 500 n. Christus wurde das Münsterland von den Sachsen besiedelt. Die Ursprünge der Stadt Münster gehen wohl auf die Gründung eines Klosters (lat. Monasterium) durch den Missionar Liudger (gestorben 809 in Billerbeck) zurück. 805 war Münster bereits Bistum, 1090 wurde der Dom eingeweiht und 1170 erhielt Münster die Stadtrechte.
Die Münsterländer Parklandschaft ist ein vorwiegend flaches Gebiet und deshalb schon von Natur aus ein Paradies für Radfahrer. Die Möglichkeit für „Pättkes“-Touren scheint fast unendlich. „Pättken“ sind von den Bauern angelegte und gepflegte, oft ungepflasterte Feldwege, auf denen aus Platzgründen meist nur ein Traktor in einer Richtung fahren kann.

Im Münsterland hat sich in vielen Jahrzehnten eine regelrechte Radfahrerkultur mit Zentrum in Münster gebildet. Auf grund der geographischen Struktur der Region ist es ein beliebtes Freizeitvergnügen, das Münsterland mit dem Fahrrad zu erkunden. Und da gibt es viel zu sehen und zu erleben, denn das Münsterland verfügt über ein gekennzeichnetes Radwegenetz von 4.500 km Länge. Erleben Sie auf den verschiedenen Themenrouten, welchen Weg die Römer bereits vor 2000 Jahren beschritten haben oder welche zeitgenössischen Skulpturen und Kunstwerke Ihnen an der Strecke begegnen.
Im Münsterland gibt es eine Großzahl an kleinen und großen Adelssitzen, Wasserschlössern, Burgen und Klöstern. Deren Zahl ist so groß, dass eigens die „100-Schlösser-Route“ angelegt wurde, ein gut ausgeschilderter Radwanderweg mit Richtungs- und Kilometerangaben. Radeln wie die Royals auf 1400 km gekennzeichneten Strecken. An der 100-Schlösser-Route liegen ca. 150 Wasserburgen, Schlösser und Herrensitze, die teilweise spannende Geschichten zu erzählen haben.

Das Wasserschloss in Nordkirchen – das westfälische Versailles – ist dabei die größte Schlossanlage Deutschlands. Im Schlosshof finden seit 1998 regelmäßig große klassische Konzerte statt. Regelmäßig wird diese Veranstaltung von 6000 bis 7000 begeisterten Zuschauern und Zuhörern besucht. Zum Schluss der Veranstaltung findet ein großes Höhenfeuerwerk statt.
All die vielen Wasserburgen, Herrenhäuser und schlossartigen Gebäude im Müns­terland aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber eine Entdeckungsreise lohnt sich auf jeden Fall. In vielen Schlössern kann man gut, teilweise fürstlich speisen, einige sind zu Hotels ausgebaut und Schloss Westwinkel verfügt sogar über einen Golfplatz.

Die alte Hauptstadt der preußischen Provinz Westfalen, Münster, ist für sich selbst gesehen zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Das Herz der Stadt ist der St.-Paulus-Dom mit seiner berühmten astronomischen Uhr. Zu dessen Füßen findet auf der Domplatte regelmäßig ein geschäftiges Markttreiben statt. Aber auch der berühmte Prinzipalmarkt mit dem historischen Rathaus und seinem Friedenssaal, dem traditionsreichen Gasthaus Stuhlmacher und den berühmten Arkaden, sowie der Spiekerhof mit den beiden Restaurants „Großer“ und „Kleiner“ Kiepenkerl ist ein Anziehungsmagnet für viele Touristen, auch aus dem Ausland. Am Kopf des Prinzipalmarkts, im Kreuzungspunkt der ältesten Stadtstraßen Münsters, liegt die Lambertikirche, ein spätgotischer Bau von 1375. In den drei Käfigen am Turm wurden die Leichname der Wiedertäufer-Anführer 1536 zur Schau gestellt. Die Lambertikirche hat einen der letzten Türmer Europas.

Natürlich können Sie von hier aus auch den Spuren der Friedensreiter von Müns­ter nach Osnabrück folgen oder die schönsten historischen Stadtkerne mit der „Leeze“, wie die Münsterländer ihr Fahrrad nennen, ansteuern.
Von der Innenstadt aus bietet sich auch ein Abstecher zum Allwetterzoo mit seinem bekannten Planetarium an. Das Freilichtmuseum Mühlenhof liegt in unmittelbarer Nähe des Zoos.

Das Münsterland aktiv erleben
Ein besonderes Erlebnis ist es, die Region Münsterland aus einer Höhe von rund 1000 m Höhe zu betrachten. Dazu bieten sich zwei Möglichkeiten an: Sie lassen sich vom Wind treiben und „erfahren“ eine mehr oder weniger große Strecke mit einem Heißluftballon. In Münster und der näheren Umgebung gibt es gleich mehrere Ballonvereine. Die Piloten nehmen bei ihren Ausfahrten gegen eine Gebühr auch gerne 1–3 Passagiere mit, um den Etat der Vereinskasse aufzufüllen. Nur vom Wind angetrieben erleben Sie aus teilweise sehr geringer Höhe die Münsterländer Parklandschaft. Sie sehen die großen zusammenhängenden Waldgebiete der Davert oder der Hohen Mark. Sie sehen die Wildpferde im Merfelder Bruch, grasende Rinder und Schafe und einige der vielen Schlösser. Alles scheint zum Greifen nahe. Bei dieser Fahrt genießen Sie die Langsamkeit. Zum Schluss dieser Fahrt (meist 2 Stunden) werden Sie auch noch mit Sekt getauft und zu einer Baroness oder einem Baron der Lüfte ernannt.
Etwas rasanter geht es da schon zu, wenn Sie bei einer der Flugschule auf den kleinen Verkehrs- und Sportflugplätzen einen Rundflug oder gar Kunstflug buchen. Hier bietet sich die Möglichkeit zusammen mit dem Piloten eine Flugroute seiner Wahl auszusuchen. Die Rundflüge dauern meist eine viertel bis halbe Stunde und kosten dann ca. 60–120 Euro. Einen ganz besonderen Kick bietet ein Kunstflug.
Wenn Sie es eher beschaulich mögen, bieten sich ausgedehnte Wandertouren durch das Münsterland geradezu an. Vorbei an Schlössern, Burgen und Seen und an manch kleinen Entdeckungen, die in keinem Reiseführer stehen. Die Landschaft lädt einfach dazu ein, frische Waldluft zu schnuppern und nach einigen Stunden in ein Hofcafé einzukehren.

Eine ganz andere Perspektive bietet das Land vom Wasser aus. Geführte Kanutouren mit Einkehr an einem der zahlreichen Wasserwander-Rastplätze können bei Vereinen wie dem „Lippetourismus e.V.“ gebucht werden. In einigen Marinas der Kanalwasserstraßen kann man Motorboote chartern (wenn man im Besitz eines Sportbootführerscheins ist) oder gleich eine Yacht zusammen mit dem Skipper mieten und so einen Tagesausflug mit Freunden starten. Die Boote sind meist 10–14m lang und bieten 6–10 Mitfahrern ausreichend Platz. Das Münsterland ist auch Pferdeland. Wildpferdefang, Hengstparade, Pferdemuseum und Kutschfahrten: Pferdeliebhaber kommen im Münsterland voll auf ihre Kosten.
Was immer Sie auch unternehmen wollen, im Münsterland fühlen Sie sich in Ihrem Element.

Münsterland kulinarisch genießen
Pumpernickel, Münsterländer Kalbs­töttchen, Panhas und Pfefferpotthast
Wenn ein Westfale von Himmel und Erde spricht, ist das in aller Regel nicht philosophisch gemeint, sondern deutet auf ein traditionelles Gericht hin. Äpfel, die oben am Baum, also im Himmel, wachsen, und Kartoffeln aus der Erde, als Mus und Brei und natürlich mit Blutwurst, sind nur eine der originalen Leibspeisen im Münsterland. Was auch immer Sie mögen: Von der Sterneküche bis zum westfälischen Hofrestaurant, Hochküche oder westfälisch deftig, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Gerne essen werden Sie im Münsterland allemal. Hier genießen Sie eine besondere Gastfreundschaft und eine sehr vielfältige Küche. Auch die Sterneköche verwenden gerne regionale Produkte und haben auch die so genannten Klassiker auf ihrer Karte.

Lassen Sie sich auf keinen Fall die traditionellen Gerichte entgehen. Wer nicht einmal Töttchen bei Pinkus Müller, Stuhlmacher oder dem Kleinen Kiepenkerl probiert hat, weiß nicht, wie das ursprüngliche Münsterland schmeckt. Aber nicht nur dieses süß-saure Gericht mit Kalb­fleisch ist ein Muss, auch Panhas mit Bratkartoffeln und Pfefferpotthast sind mehr als sprachlich schöne Kreationen. Weit über die Grenzen hinaus bekannte Spezialitäten sind das Schwarze Pumpernickel-Brot und der weltberühmte westfälische Knochenschinken.

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