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Fürstlich speisen – Schlösserreise im Norden Westfalens

Fürstlich speisen – Schlösserreise im Norden Westfalens



Fürstlich speisen – Schlösserreise im Norden Westfalens
Es gibt wohl kaum eine Region in Deutschland, in der die Dichte an Herrensitzen, Schlössern und Burgen so groß ist wie in Westfalen. Allein im Münsterland sind es mehr als 150 Adelssitze. Nimmt man den Teutoburger Wald, das Lipper- und das Sauerland hinzu, mögen es leicht über 200 dieser historischen Anwesen sein. Würde man jedes Schloss vorstellen wollen, müsste dieses in mehreren Bänden geschehen, wollte man allen gerecht werden. Wir haben in dieser Ausgabe nur 5 Seiten zur Verfügung, deshalb sind es auch nur einige wenige dieser historischen Baudenkmäler, die wir in dieser Ausgabe vorstellen. Dieser Bericht soll Sie im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Geschmack bringen“, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen, denn selbstredend haben wir Schlösser und Burgen besucht, die eine Gastronomie oder ein Hotel beherbergen.

Viele dieser Adelssitze sind heute nicht mehr im Besitz ihrer Erbauer, oder werden von diesen nicht mehr als Wohnsitz genutzt. Der Unterhalt dieser denkmalgeschützten Gebäude ist so teuer, dass diese Anwesen von ihren Besitzern als reiner Wohnsitz meist nicht mehr genutzt werden. Der Staat, die Kommunen, Gastronomiegesellschaften und Hotelketten sind in vielen Fällen die neuen Besitzer. Freiherren, Grafen und Fürsten, die ihre Schlösser heute noch selbst nutzen, haben diese vielfach einer zusätzlichen Nutzung zugeführt und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Schlossführungen und integrierte Museen bringen Eintrittsgelder. Die Schlossgastronomie lockt viele Gäste an. Trotz allem sind für die Pächter die Unterhaltskosten, auch aufgrund der Denkmalschutzauflagen oft so hoch, dass sie aufgeben müssen, wie wir während unserer Recherchen erfahren mussten.

Wir beginnen unsere Schlösserreise im Norden Westfalens,
im Eggegebirge, im historischen Städtchen Blomberg.

Burghotel Blomberg
Zwischen Teutoburger Wald und Weser liegt auf einem steilen Hügel, die alte, von Wäldern umgebene Burgstadt Blomberg. Historisches Dunkel umhüllt noch heute die Frühgeschichte der Stadt und ihrer Burg. Schriftstücke und Urkunden, die einen genauen Aufschluss geben könnten, wurden während der Soester Fehde, im Jahre 1447 vernichtet. Allgemein wird davon ausgegangen, das Blomberg zwischen 1231 und 1255 durch den Edelherren Bernhard III. zur Lippe gegründet wurde. Nach ihrem Wiederaufbau in den Jahren nach 1447 war Burg Blomberg drei Jahrhunderte die bevorzugte Residenz der Edelherren zur Lippe. Um das wertvolle Kulturdenkmal zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, übernahm der Landesverband Lippe 1971 die Burg und baute sie zu einem Hotelkomplex besonderer Prägung aus. Das Burghotel gehört seit einigen Jahren zu den besten Tagungshotels in Deutschland und wurde mehrfach ausgezeichnet. Wo einst Ritter und Landesfürsten residierten wohnt es sich heute „märchenhaft“ gut. 42 Doppelzimmer, sechs Einzelzimmer und fünf exquisit eingerichtete Themen-Suiten bieten Luxus auf hohem Niveau. Ein eigenes Standesamt und die kirchliche Trauung in der hauseigenen Christuskapelle macht die Burg für romantische Hochzeiten zu einem idealen Ort.
Das Burgrestaurant mit seinem hohen Kamin, den unverputzten Steinmauern und der romantischen Fensternische, in der mit vier Personen getafelt werden kann, genießt bei Gästen, die oft von sehr weit anreisen, einen besonderen Ruf. Im Burghotel versteht man viel von exquisiter Küche, die man im Sommer auch auf der Burgterrasse genießen kann.
Viele Feste und Events in historischer Kulisse werden während eines Jahres veranstaltet. Ritterspiele, Kostümfeste, Gaukler und altes Markttreiben versetzen die Gäste in eine andere Zeit.
Nach anstrengenden Tagungen, ausgiebigen Feiern oder während Ihres Urlaubs­aufenthaltes in der Burg können Sie in der Wellness-Oase des Hotels relaxen und mit Verwöhnbehandlungen wieder neue Energien aufbauen.
www.burghotel-blomberg.de


Schloss & Gut Wendlinghausen
Ebenfalls an den Ausläufern des Teutoburger Waldes, nur wenige Kilometer von Burg Blomberg entfernt, befindet sich eines der schönsten Bauwerke der Weserrenaissance. Zwischen Hameln und Detmold in wunderschöner ländlicher Umgebung besuchen wir das Schloss und Gut Wendlinghausen. 1613-1615 erbaut, ist es seit fast 300 Jahren im Besitz der Familie von Reden.
Das Gut Wendlinghausen umfasst das Schloss mit der Gräfte, einen alten gro­ßen dendrologischen Park mit vielen botanischen Seltenheiten, einem biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betrieb mit seinen Hof- und Stallanlagen, sowie einem Wald.
Auf dem Demeter-Gut Wendlinghausen werden Möhren, Kartoffeln, Erbsen, Zwiebeln und alle Getreidearten ökologisch angebaut. Es gibt eine Schafherde, Mutterkuhherde, eigene Pferde sowie eine Foxhund-Meute für die Jagdreiterei.
In der landschaftlich wunderschönen Umgebung Wendlinghausens gibt es viele Freizeitmöglichkeiten. Im Schloss selbst bestehen die Möglichkeiten zu schwimmen, zu reiten, zu jagen (ggf. mit Führung) und Boot sowie Kutsche zu fahren.
Im Schloss Wendlinghausen befindet sich neben alten Möbeln und Gemälden eine zeitgenössische Kunstsammlung internationaler Künstler, die zum Teil in Wendlinghausen gearbeitet haben.
Ein Aufenthalt im Wasserschloss ist geprägt von ländlicher Ruhe in angenehmen Luxus mit einer großen Naturverbundenheit. Schloss Wendlinghausen ist in erster Linie ein Ort für Tagungen und andere besondere Anlässe und Events. Für Präsentationen unter freiem Himmel bietet der Schlosshof mit seinem kostbaren alten Baumbestand, welcher nach englischem Vorbild angelegt wurde und heute eine Skulpturensammlung von internationalem Rang beherbergt, die ideale Kulisse.
Der große Festsaal ist das Herzstück des Schlosses. Für Tagungen bildet er eine unvergleichliche Kulisse. Mit einer Grundfläche von 135 m² bietet er Platz für Empfänge mit bis zu 170 Personen oder festliche Essen in origineller Atmosphäre mit bis zu 130 Personen.
Für die Tagungen werden individuelle Rahmenprogramme zusammengestellt. Weindegustationen, Kochkurse in der Schlossküche, Ritterspiele mit Bogenschießen, Falknervorführungen, bis hin zu Outdoorevents wie Kanufahrten.
Gesetzte Essen für bis zu 150 Personen, Konzerte, Hochzeiten, Betriebsfeste und Unternehmenspräsentationen sind nur ein kleiner Teil der angebotenen Möglichkeiten. www.schloss-wendlinghausen.de
Fürstliches Residenzschloss Detmold
Das malerische Schloss liegt im Zentrum von Detmold und ist die Residenz der Fürsten zur Lippe. Im Schloss finden regelmäßig Ausstellungen und Führungen statt.
www.schloss-detmold.de


Schloss Erwitte
Die Weserrenaissance ist ein sehr klar gegliederter Baustil der Renaissance, der sich regional von Paderborn über die Weser bis nach Bremen erstreckte. Ein Aushängeschild dieses Baustils ist das zu Anfang des 17. Jahrhunderts erbaute Schloss Erwitte. Von der im Bereich Erwitte ansässigen Familie von Landsberg in Auftrag gegeben, wechselte es mehrfach die Besitzer. 1934 wurde das Schloss an das Deutsche Reich verkauft und in den 1980er Jahren behutsam zum heutigen Verwendungszweck umgebaut. Teile der ursprünglichen Innenausstattung sind erhalten geblieben. Erwähnenswert ist die so genannte „Kölner Decke“ in den Landsberg-Stuben, die imponierende Stuckdecke im Eingangsbereich und das klar gegliederte Tonnengewölbe, in dem sich heute das Restaurant befindet.
Ruhig gelegen am Schlosspark liegt das familiär geführte Schlosshotel im Herzen von Erwitte.

Das Gewölberestaurant bietet eine regionale Frischküche, teils verfeinert mit internationalem Flair. Einfach und doch raffiniert. Es werden aber spezielle Angebote für die Wochenenden bereitgehalten. Eine romantische Nacht bei Kerzenschein im gemütlichen Gewölberestaurant mit Übernachtung in der Hotelsuite wird für zwei Personen bereits für unter 150 Euro angeboten. Im Preis enthalten sind ein Begrüßungscocktail, ein liebevoll zubereitetes 4-Gang-Feinschmeckermenü, Übernachtung in der Erkersuite und ein reichhaltiges Sektfrühstück vom Buffet.
Für die Besucher des Schlossparks, für Radtouristen und die Hausgäste lädt die Schlossterrasse mit Café und Biergarten am Mühlenteich zum Verweilen ein.

Natürlich bieten die besondere Atmosphäre und die Ausstattung der Räumlichkeiten die Möglichkeiten für Kunstausstellungen, Konzerte, Konferenzen und Tagungen, sowie Familienfeiern, Geschäftsessen und Betriebsfeste. Die Tagungsräume sind selbstredend mit moderner Technik ausgestattet. Tagungen und Seminare finden hier in einer wohltuenden Atmosphäre statt. Erfolgreiches Arbeiten und entspanntes Vergnügen sind im Schlosshotel Erwitte an einem Ort möglich.
www.schlosshotel-erwitte.de


Burg Vischering
Sie gehört ebenfalls zu den sehr gut erhaltenen Burganlagen in unserer Region. Eine klassische Wasserburg mit eindrucksvollen Gräften. Die Burg beherbergt das Münsterlandmuseum Burg Vischering. In der Burg werden das Mittelalter und die Frührenaissance wieder lebendig.
Unterschiedliche kulturelle Veranstaltungen, kunst- und kulturgeschichtliche Ausstellungen runden einen erlebnisreichen Museumsbesuch ab. Das Cafe-Restaurant im Innenhof bietet den Besuchern überdies ein besonderes Gastronomieerlebnis.
Ritteressen und Mittelalterliche Menüs inklusive Hofnarr sind eine Spezialität des Restaurants.
www.burgvischering.de


Burgstuben Haus Kemnade
In der weiten Ebene des Ruhrtales, unweit der Burg Blankenstein, nur wenige Meter vom südlichen Ufer der Ruhr entfernt, liegt die Wasserburg Haus Kemnade. Ihre Geschichte reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Ein Teil der heutigen Gebäude wurde in den Jahren 1602 bis 1704 auf den Grundmauern der 1589 abgebrannten ersten Wasserburg errichtet. Die Stadt Bochum erwarb im Jahre 1921 Haus Kemnade von dem damaligen Eigentümer, dem königlichen Kammerherrn Baron Ludwig von Berswordt-Wallrabe. Haus Kemnade steht heute als Zeugnis früher Baukultur von der Gotik bis zur Renaissance, unter Denkmalschutz. Besonders sehenswert ist der Rittersaal im 1. Obergeschoss mit seiner kunstvollen Stuckdecke und dem großen Renaissance-Wappenkamin. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die gotische Kapelle im Erdgeschoss sowie die Kamine in der Sammlung Grumbt und im Steinsaal, mit Darstellungen der Schöpfungsgeschichte.
Das kulinarische Aushängeschild von Haus Kemnade sind die Burgstuben der Familie Bruns.
Denn ist es wahrscheinlich genau das Ambiente, welches Sie von einem „echten“ Burgrestaurant erwarten. Rittersaal, Steinsaal und Turmzimmer sind Räumlichkeiten, in denen es sich in stilvoller Umgebung elegant speisen oder in großer Runde auch zünftig feiern lässt. Das Turmzimmer mit seinen meterdicken Bruchsteinmauern bietet zwar nur 8 – 12 Personen Platz, ist aber der ideale Ort für ein romantisches Candle-Light-Dinner. Die Küche des Restaurants verwöhnt mit einem abwechslungsreichen, saisonalen und frischen Angebot. Neben dem täglichen à la carte Geschäft gibt es ein umfangreiches Menü- und Buffetangebot für Veranstaltungen.
Für die vielen Radfahrer und Ausflügler gibt es nachmittags Kaffee und Kuchen, frische Waffeln und Snacks.
Das historische Ambiente des Hauses bietet mit seinen Banketträumen einen exklusiven Rahmen für private und geschäftliche Veranstaltungen und Feiern aller Art für acht bis 200 Personen.
Für passionierte Radfahrer bietet der von den Burgstuben mit veranstaltete Ruhr-Triathlon die ideale Gelegenheit das Ruhrtal zu Land und zu Wasser zu erleben.
www.burgstuben-hauskemnade.de


Schloss Hohenlimburg
Schloss Hohenlimburg, am südlichen Rand des Ruhrgebiets, ist die einzige mittelalterliche Höhenburg in Westfalen, die noch weitgehend in ihrem Ursprungszustand erhalten ist. Hoch über dem kleinen Ort Hohenlimburg gelegen, führt eine schmale Straße in Serpentinen vom Tal der Lenne hoch zur Burg. Die Geschichte der Burg geht zurück bis in das Jahr 1240, als Dietrich, der Sohn von Graf Friedrich von Isenberg, die Burg für seinen geächteten Vater erbaute. 1610 wurde die Burg von Graf Gumprecht von Bentheim zur Residenz ausgebaut.
Sie war oft das Objekt von Erbstreitigkeiten und im Dreißigjährigen Krieg bis auf die Grundmauern zerstört. Im 18. Jahrhundert zur fürstlichen Residenz ausgebaut, wird sie noch heute von der fürstlichen Familie bewohnt. Die Burg beherbergt ein Museum und ein Burg­restaurant.
www.schloss-hohenlimburg.de


Burg Altena
Die im 12. Jahrhundert von den Grafen von Altena erbaute Burganlage thront hoch über der Stadt gleichen Namens und ist fast von jedem Punkt in der Stadt aus zu sehen.
Ein Besuch der Stadt in Verbindung mit einer Burgbesichtigung ist ein erlebnisreicher Ausflugstag. Altena verfügt über die längste Straße von technischen Denkmälern in ganz Europa. Sie finden mehr als siebzig Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum. Höhlen, Hammerwerke, historische Drahtziehereien und eine Museumseisenbahn entschädigen für eine lange Anreise.
Die Burg selbst beherbergt die älteste Jugendherberge Deutschlands, ein Museum sowie ein historisch eingerichtetes Burg­restaurant. Die historische Burganlage lässt das Herz aller Burgromantiker höher schlagen.
www.burgrestaurant-altena.de


Burg Schnellenberg
Hotel und Restaurant Burg Schnellenberg ist die südlichste Burganlage, die wir auf unserer kleinen Stippvisite durch Westfalen besuchen. Mit ihren mächtigen Mauern und hoch aufragenden Türmen trohnt die Burg über den grünen Hügeln des Sauerlandes unweit der Attahöhle. Hier am Südrand der Attendorner Talsenke windet sich die Bigge durch ausgedehnte Wiesen und Wälder. Am Nordufer des ruhigen Flüsschens erstreckt sich die historische Hansestadt Attendorn. Der nahe gelegene Biggesee ist ein Anziehungspunkt für Wassersportler und Wochenendtouristen aus ganz Westfalen, besonders aber aus den großen Städten des Ruhrgebietes. Bei dieser Ansammlung von historischen Bauten, Naturdenkmälern, den beiden Stauseen Bigge und Lis­ter, bietet ein mehrtägiger Aufenthalt auf der Burg die Möglichkeit zur ausgiebigen Erkundung der näheren Umgebung.
Seit Norbert Bilsing die 800 Jahre alte Burg in einem denkbar schlechten Zustand im Jahre 1928 von der Familie von Fürstenberg pachtete, war es ein langer, beschwerlicher und kostspieliger Weg, bis die Familie Bilsing ihren Gästen die Burganlage so präsentieren konnte, wie der Besucher sie heute vorfindet. Für die Sauer- und Siegerländer Unternehmer ist das Burghotel heute eine hervorragende Adresse um Ihre Kunden und Geschäftsfreunde adäquat und in einem Hotel mit ganz besonderer Note bewirten und unterbringen zu können.
Managementseminare, Schulungen und Tagungen machen Burg Schnellenberg zu einer ersten Adresse für die Unternehmer der Region. Seit 2001 betreiben Thomas und Stephan Bilsing das Familienunternehmen. Die Schwerpunkte haben sich seit 1928 teilweise geändert und erweitert. In vielen Jahrzehnten wurde ein Haus stilvoller Gastlichkeit auf hohem Niveau geschaffen. 42 Zimmer, sechs Suiten und drei Appartements erwarten den Gast. Eine großzügige Ausstattung, gepaart mit zeitgemäßem Komfort sowie die besondere Atmosphäre auf dieser 800 Jahre alten Höhenburg machen einen Aufenthalt hier zu einem unvergesslichen Erlebnis. Vor allem an den Wochenenden wird die Burg zu einem beliebten Aufenthalts- und Übernachtungsort für Individualreisende. Selbst das Mitbringen von Hunden ist hier erlaubt. Zur vollkommenen Erholung trägt auch der aufwendig in die alten Kellergewölbe maßgeschneiderte Wellnessbereich bei. So hat sich im Laufe der Jahre auf Burg Schnellenberg eine komplette Erlebnis­gastronomie auf hohem Niveau entwickelt.