Der Naturpark Hohe Mark und die Haard
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Die Haard wird schon seit Jahrzehnten als „die grüne Lunge“ des Ruhrgebiets bezeichnet. Sie verfügt über 5 500 ha zusammenhängende Waldfläche. Die Haard ist eingebettet in den Naturpark Hohe Mark, einer Landschaft, die abwechslungsreicher kaum sein kann. Ein engmaschiges Netz an ausgebauten Wander-, Rad- und Reitwegen bietet viele Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung. Die Städte Haltern am See, Datteln, Marl und Oer-Erkenschwick liegen am nördlichen bzw. südlichen Rand der Haard. Zwei große Wellnesshotels, mehrere kleine familiengeführte Landhotels sowie zahlreiche Restaurants und Gasthöfe stellen Unterkunft und Verpflegung. Für echte Naturliebhaber oder den schmalen Geldbeutel bieten sich auch zahlreiche Campingplätze an, die teilweise über eine eigene Gastronomie verfügen.
Die Stadtverwaltungen stellen Ausflüglern und Touristen umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Der „Haard Walking Führer“ schlägt sieben Wander- bzw. Walkingtouren unterschiedlicher Länge und Schwierigkeit vor. Die Routen haben eine Länge von 3 bis 9 km.
Die Hälfte der Routen ist mit normalen Straßenschuhen zu bewältigen. Alle Touren beginnen und /oder enden an einem Parkplatz, in dessen unmittelbarer Nähe sich ein Restaurant oder Hotel-Restaurant befindet.
Die höchste Erhebung ist mit 156 Metern der Stimberg am südlichen Rand der Haard.
Von den Feuerwachtürmen in der Haard hat man bei klarem Wetter eine fantastische Fernsicht. Am Baggersee in Flaesheim befindet sich ein vor drei Jahren erbauter Yachthafen, ein Campingplatz und Freizeitpark mit einer Bistro-Gastronomie. Von der Terrasse dieses Bistros blickt man auf den Yachthafen, den Baggersee und den angrenzenden Wald. Wie viele andere Baggerseen auch ist er zu einem Rastplatz für große Schwärme von Wasservögeln geworden. Zwei, im Verhältnis zu den Sauerländer Seen, kleine Trinkwasserstauseen befinden sich am Nordrand der Haard. Während auf dem Halterner Stausee (ca. 20 Millionen m³) diverse Wassersportaktivitäten möglich sind, ist der 11 Millionen m³ kleine Hullerner Stausee einzig und allein der stillen Erholung vorbehalten.
Der Naturpark Hohe Mark Hohe Mark ist mit seinen 1 040 km² der viertgrößte Naturpark in Nordrhein-Westfalen. Seine Ausdehnung reicht in Ost-westlicher Richtung von Dülmen bis Hamminkeln und in Nord-südlicher Richtung von Velen bis zur nördlichen Stadtgrenze von Oberhausen. Wir beschäftigen uns heute mit dem östlichen Teil des Naturparks rund um die Stadt Haltern. Der Name „Hohe Mark“ ist von einer Landschaft nördlich der Lippe übernommen. Die Höhenlagen in der „Hohen“ Mark reicht von 20 m (Lippeaue) bis zum 154 m hohen Stimberg in der Haard. Der Park verfügt über 159 Wanderparkplätze und 261 Rundwanderwege mit rund 1 300 km Länge. Mehrere heimatkundliche Lehrpfade helfen dem Wanderer dabei, die vielgestaltige Flora und die historischen Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. In der Hohen Mark pflanzen sich 40 Säugetierarten fort, 130 Vogelarten brüten hier, 14 heimische Amphibien- und 7 Reptilienarten können beobachtet werden. Mindestens 26 Fisch- und 45 Libellenarten kommen hier vor. Insgesamt stehen 75 % der Fläche unter Landschaftsschutz und 7 % unter Naturschutz. Ruhe, Entspannung und Aktivurlaub – all das ist hier möglich.
Ausflugsziele
Einige lohnende Ziele für den Sonntagsausflug oder den Kurzurlaub möchte ich Ihnen kurz vorstellen.
Halterner Stausee
1930 geflutet, dient dieser See in erster Linie der Trinkwassererzeugung. Schon bald entwickelte er sich zu einem attraktiven Ausflugsziel. Als die automobile Motorisierung in den Jahren des Wirtschaftswunders auch den „kleinen“ Mann erreichte, setze hier ein regelrechter Wochenendtourismus aus dem gesamten Ruhrgebiet ein. Die Stadt Haltern hat dem Rechnung getragen, indem sie rund um den See befestigte Parkplätze und Rundwanderwege anlegte. Einige urige Einkehrstätten wie „Jupp unner de Böcken“ oder das Gasthaus „Alter Garten“ haben sich zu Treffpunkten für Radwanderer entwickelt.
Auf dem Halterner Stausee verkehrt das Fahrgastschiff „Möwe“. Regelmäßig werden drei Haltepunkte am Seeufer angefahren. Eine komplette Seerundfahrt wird für 6 Euro angeboten.
Am Südufer befindet sich das Seebad, mit seinem 500 m langen Natursandstrand. Strandkörbe laden zum Sonnenbaden ein und die Restauration „Seeterrassen ist für den kleinen und den großen Hunger da. Wer den See vom Wasser aus erkunden möchte, kann am Nordostufer ein Ruder-, Paddel- oder Tretboot mieten. Ganz in der Nähe befindet sich auch der Segelboothafen. Eine besondere Attraktion für kleine und große Abenteurer ist der Hochseilgarten am Hotel Seehof. Das Hotel ist eine der vielen Möglichkeiten hier in der Ferienzeit für einige Tage sein Familiendomizil aufzuschlagen und die Umgebung zu Fuß oder mit dem (Miet-)Fahrrad zu erkunden. Für die Ferienzeit hält das Hotel besondere Familienangebote bereit.
Viele attraktive und interessante Ziele liegen in unmittelbarer Nähe und bieten sich gerade zu für einen Ausflug mit dem Rad an.
Am Bahnhof in Haltern befindet sich eine Fahrradstation. Zudem werden auch in einigen Restaurants und Hotels rund um den See Mietfahrräder angeboten.
Einige Ziele, die sich von ihrem Stützpunkt am Halterner Stausee innerhalb einer Stunde erreichen lassen sind: Die Sythener Mühle und das Schloss Sythen, der Prickingshof mit seinem Traktoren- und Cadillacmuseum und einer großen Tierschau, der Silbersee II verfügt über einen langen feinen Sandstrand, eine DLRG-Station und sanitäre Anlagen, das Römermuseum in Haltern (zurzeit mit der Ausstellung IMPERIUM, 2000 Jahre Varusschlacht), die Stauanlage mit dem Walzenwehr, der Kohlemeiler in Flaesheim, der Hullerner Stausee, die Wallfahrtskapelle auf dem Annaberg, der Flugplatz Borkenberge (hier werden Rundflüge angeboten). Am Flugplatz befindet sich ein kleines Café. Das sind nur einige Ziele, die es zu erkunden gilt. Für Wanderer ist die Westruper Heide ein wunderbares Naturerlebnis.
Außerhalb der Umgebung von Haltern befinden sich im östlichen Teil der Hohen Mark auch Wasserschlösser, Wildgehege, Windmühlen, die Wildpferdebahn im Merfelder Bruch sowie ein Spiel- und Mitmachpark.
Wilde Pferde und kapitale Hirsche
Westlich von Dülmen liegt die auch überregional bekannte Wildpferdebahn des Herzog von Croÿ ein prächtiger Wildpark (für dessen Besuch kein Eintritt zu entrichten ist) mit einer großartigen Teichlandschaft. Der Wildpark ist ein Baudenkmal und umfasst ein Areal von 280 ha. Damwild, Heidschnucken leben hier in Rudeln und Herden. Vereinzelt trifft man auch auf Rotwild.
Die Wildpferde im Merfelder Bruch sind ein Naturdenkmal. Sie wurden bereits 1316 urkundlich erwähnt. Eine ganz besondere Attraktion ist alljährlich am letzten Samstag im Mai der Wildpferdefang. Bis zu 20 000 Besucher strömen dann in eine eigens angelegte Arena, in der die einjährigen Hengste per Hand gefangen werden. Von den 350 hier lebenden „Wildlingen“ werden an diesem Tag ca. 40 Junghengste für einen Durchschnittspreis von 500 Euro versteigert. Die Wildpferde des Herzogs sind die einzige Wildpferdeherde Europas.
Schlösser und Burgen
Im Naturpark Hohe Mark befinden sich auch einige imposante Wasserburgen, Schlösser und Herrenhäuser. Nicht alle sind für Besucher zugänglich. Im Zentrum des Naturparks befindet sich das Wasserschloss Lembeck. Es wurde zwischen 1670 und 1692 auf einer älteren Burganlage erbaut und gehört zu den größten Schlossanlagen des Münsterlandes. Die gesamte Anlage, die seit 1708 im Besitz der Familie von Merveldt ist, kann besichtigt werden.
In der Hauptburg können neben wertvollen Möbeln, Gemälden und Porzellan auch zwei Barocksäle besichtigt werden, die Johann Conrad Schlaun entworfen hat. Darüber hinaus verfügt das Schloss über eine moderne Galerie mit mehreren Wechselausstellungen pro Saison. Sehenswert ist auch das kleine Heimatmuseum. Der Schlosspark lädt nicht nur zum Flanieren ein, sondern ist auch mit großem Spielgerät (z. B. Hüpfburg) für Kinder ausgestattet. Ein Café und ein Schlossrestaurant (beides mit Außenterrasse) laden zur Rast ein. Auch ein Hotel befindet sich im Schloss.
Freizeit- und Wildparks
Der Ketteler Hof, in Haltern/Lavesum gelegen, lädt große und kleine Gäste zu einem erlebnisreichen Tag voller Aktivitäten und beschaulichem Nichtstun ein. Großflächige Spielanlagen, Tiergehege, eine Sommerrodelbahn, ein Märchenwald, die Kletterburg, ein Natur-Erlebnispfad und diverse Grill- und Picknickplätze lassen keine Langeweile aufkommen.
Der Naturwildpark Granat unterscheidet sich von anderen Wildparks dadurch, dass hier alle Tiere auf einem 600 000 m² großen, bergigen und reich bewaldetem Gelände frei laufen können. 400 bis 500 Tiere können hier auf Wanderwegen beobachtet werden. Der Park bietet schönste Motive für Naturfreunde und Hobbyfotografen. Im Freigehege treffen Sie auf Strauße, Luchse, Kängurus, Mufflons, hochkapitales Rotwild, Damwild und Guanakos. Im Feuchtbiotop leben Karpfen, Wasserschildkröten, Kröten und Frösche. Auf dem Spielplatz können sich Kinder nach Herzenslust austoben.
Obwohl dieser Bericht bereits mehrere Seiten umfasst, konnten wir Ihnen nur einen kleinen Teil des Naturparks Hohe Mark näher bringen. Vielleicht nehmen Sie das zum Anlass, die Region des Naturparks auf Wander- oder Radtouren zu erkunden und so Ihre nächste Umgebung etwas näher kennenzulernen.
Mehr Informationen erhalten Sie z. B. aus dem Internet und von den Stadtagenturen, die über umfangreiches Informationsmaterial verfügen. |