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Saisoneröffnung auf der Weser |
Reederei Flotte Weser
Am Stockhof 2
31785 Hameln 05151 939999 05151 9399933 hameln@flotte-weser.de www.flotte-weser.de
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Flotte Weser ist die Kurzbezeichnung für die Weser-Flotte GmbH & Co. KG der Brüder Frank und Jörg Menze. Die Reederei „Flotte Weser“ ist der größte Anbieter im Bereich der Personenschifffahrt auf der Weser und verfügt über sieben Fahrgastschiffe. Die größten Schiffe aus der Flotte, „die Karlshafen“ und „die Höxter“ können 550 bzw. 642 Personen befördern. Für den Wesertourismus spielen die Schiffe der Gebrüder Menze eine sehr wichtige Rolle.
Die Saisoneröffnung im Frühjahr ist jedes Mal großes Ereignis in den die an der Route der „Flotte Weser“ liegen. Die traditionelle Saisoneröffnungsfahrt fand in diesem Jahr am 24. und 25. April statt. Wir waren eingeladen. Unsere Anfahrt betrug 230 Kilometer, da hieß es früh aufstehen, denn wir sollten um 9.30 Uhr am Anleger in Bad Karlshafen sein. Diese Stadt liegt am Anfang der Strecke, die auf der Route der Flotte Weser liegt und von Bad Karlshafen bis nach Bremen verläuft. Bad Karlshafen ist eine kleine Kurstadt mit circa 3900 Einwohnern und liegt im äußersten Nordzipfel von Hessen, im Landkreis Kassel. Für die Saisoneröffnungsfahrt hatten sich die beiden größten Schiffe der Flotte, „die Höxter“ und die „Bad Karlshafen“ prächtig heraus geputzt. Die Saisoneröffnungsfahrt war in zwei Etappen gegliedert. Am Samstag, dem 24. April ging es von Bad Karlshafen nach Holzminden und am Sonntag dem 25. April, von Holzminden bis nach Hameln. Die Fahrt führte uns also durch das schöne und vor allem romantische Weserbergland. Auf Romantik wird gerade in der Weserschifffahrt sehr viel Wert gelegt. Dazu später mehr.
Als wir gegen 9.30 Uhr in der Barockstadt Bad Karlshafen ankamen, spielte dort bereits die Blasmusik. Wir hatten ein fantastisches Wetter. Wolkenloser Himmel und um die 22 °C. Frank Menze nannte es später mehrfach „Kaiserwetter“.
Zahlreiche Passagiere hatten sich schon eingefunden. Die beiden Schiffe waren über die Toppen geflaggt. Ein geschäftiges Treiben herrschte am Anlegesteg. Letzte Güter wurden auf das Schiff gebracht und alles zur Abreise vorbereitet. Kurz vor den Saisoneröffnungsreden der Politiker und der Reeder, trafen nun immer mehr Märchenfiguren an den Schiffen ein. Hier beginnt der romantische Teil des Tages. Die klassische Ausflugsschifffahrt der Mosel und des Rheins kann sicherlich mit ganz tollen Landschaften und Baudenkmälern wuchern, aber die Märchenfiguren in dieser großen Anzahl gibt es nur hier an der Oberweser. Es mögen wohl an die 100 historische Märchen- und Sagenfiguren gewesen sein, die sich an diesem Tag hier einfanden. Der Lügenbaron (Baron Münchhausen) hatte zur Feier des Tages seine beste Uniform angelegt. Der Rattenfänger von Hameln spielte eine bekannte Weise nach der anderen auf seiner Klarinette. Auch die Bremer Stadtmusikanten, der Ritter Bischof Dietrich, Dornröschen, Prinzen und Prinzessinnen und viele, viele andere Gestalten aus Märchen und Sage waren zur Saisoneröffnung erschienen. Schiffseigner und Reeder Frank Menze betonte in seiner Begrüßungsrede, wie froh alle Beteiligten sind, dass der lange, lange Winter nun vorbei ist und man wieder Fahrt aufnehmen kann. Die Weser-Fahrgastschiffe sind ein bedeutender Faktor in der Tourismuswirtschaft dieser Region und Arbeitgeber für mehrere hundert Arbeiter und Angestellte. Auch zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter sind mit eingebunden in das Projekt „Wesertourismus“ bei der Flotte Weser.
Mit leicht fünf Minuten Verspätung legten die beiden Schiffe „Karlshafen“ und „Höxter“ ab. 90 abwechslungsreiche Flusskilometer mit zahlreichen Stopps lagen nun vor unserem kleinen Schiffskonvoi auf der Reise von Bad Karlshafen nach Hameln. An diesem Samstag mögen es etwas über 40 Kilometer gewesen sein. Für diese Reise bis zur Weserpromende in Holzminden waren fünf Stunden Kurzweil eingeplant.
Die Saison war nun offiziell eröffnet. Zunächst einmal haben wir unser Schiff, die „Höxter“ inspiziert. Wo spielt hier die Musik, wo gibt es was zu essen und zu trinken und von wo hat man die beste Aussicht? Für die Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Presse war ein sogenannter VIP-Raum eingerichtet. Hier gab es appetitliche Häppchen, Kaffee, Sekt und Bier. Auf dem Schiff hatte ein Caterer die Verpflegung der Passagiere übernommen. Eine Skiffle-Dixieland sorgte für die schwungvolle musikalische Unterhaltung während der mehrstündigen Fahrt. Das Besondere an dieser Fahrt waren die zahlreichen Stopps in den kleinen und etwas größeren Orten. So legten wir bereits ca. 10 Minuten nach dem Start in Herstelle an. Das Wahrzeichen dieser Stadt ist seine Burg aus dem Jahre 1292. Herstelle liegt im Dreiländereck, an den Grenzen von Niedersachsen und Hessen, unweit der Enge zwischen den Hessischen und Hannoverschen Klippen. Die Hannoverschen Klippen sind sieben, bis zu 75m hohe Klippen aus Wesersandstein. Ihren Namen verdanken die Hannoverschen Klippen ihrer Zugehörigkeit zum ehemaligen Königreich Hannover. Herstelle hat heute circa 1300 Einwohner und ist eine Gemeinde der Stadt Beverungen. Ein Empfangskomitee mit dem Bürgermeister an der Spitze, weiteren Märchenfiguren und eine Blaskapelle erwarteten uns bereits am Gasthaus an der Weser. Da wir etwas Zeit aufzuholen hatten, ging es bereits nach einigen Minuten weiter flussabwärts in Richtung Beverungen-Stadt. Die Kernstadt (5600 Einwohner) liegt direkt am Weserradweg und der Deutschen Märchenstraße. Wir erreichten Beverungen nach 30 Minuten Fahrzeit. Wer will, kann hier auf den Spuren der Gebrüder Grimm wandeln. In Beverungen schien es so, als sei die ganze Stadt auf den Beinen, um die beiden Schiffe zu begrüßen. Dieser Andrang ist wohl auch damit zu erklären, welch große Bedeutung die Weser-Ausflugsschifffahrt für diese Region hat. Der Bürgermeister brachte genau das in seiner Begrüßungsrede auf den Punkt. Auch hier mischten sich wieder die zahlreichen Märchenfiguren unter die Besucher. Natürlich waren die Figuren ein begehrtes Fotomotiv.
In Beverungen unterbrachen wir unsere Reise per Schiff und machten uns mit dem PKW auf zum Schloss Fürstenberg. Wir hatten gehört, dass es vom Schloss aus eine fantastische Aussicht auf die enge Weserschleife und das dahinter liegende Weserbergland geben sollte. Vom Burgcafé aus sahen wir dann die beiden dicht hintereinander im Konvoi herannahenden Schiffe. Hier bot sich uns ein nicht alltäglicher Anblick. Die gute Stimmung an Board hörte man bis zur Burg hoch, denn Livemusik war angesagt. Dixi-Musik in Höchstform sorgte für die gute Stimmung.
Übrigens befindet sich auf der Burg auch die weltberühmte Porzellanmanufaktur Fürstenberg. Das größte Porzellanmuseum Norddeutschlands, Porzellanverkauf direkt ab Manufaktur und ein Café sprechen für einen Ausflug zu diesem schönen Schloss der Weserrenaissance. Seit 1747 wird hier Porzellan hergestellt. Die Porzellanmanufaktur gehört damit zu den Ältesten in Europa.
Nach der Begrüßungszeremonie und dem Zusteigen weiterer Passagiere setzten sich die Schiffe in Richtung Boffzen wieder in Bewegung. Die Samtgemeinde Boffzen, zu der auch Fürstenberg gehört zählt etwa 7360 Einwohner, wobei auf die Kerngemeinde Boffzen circa 2900 Einwohner entfallen. Boffzen verfügt über eine mehr als 500 Jahre alte Glasmachertradition und ein Glasmuseum. Wenn nicht gerade Saisoneröffnungsfahrt ist, kann man hier die Reise für einen Stadtbummel und den Besuch des Glasmuseums unterbrechen. Wir machten uns nun mit dem PKW auf den Weg zur heimlichen Hauptstadt der Weserrenaissance, nach Höxter, um dort von der Weserbrücke aus die Ankunft der „Höxter“ und der „Karlshafen“ zu beobachten. Es war immer noch Kaiserwetter und dementsprechend waren auch hier zahlreiche Schaulustige auf den Beinen. Die Schiffe wurden bereits einige hundert Meter vor der Stadt vom örtlichen Kanuklub „abgeholt“, um diese das letzte Stück bis zum Anleger zu begleiten. Als man die Schiffe vom Anleger aus kommen sah, setzte die örtliche Feuerwehr auf einigen zig-Metern am Ufer entlang Wasserfontänen zur Begrüßung der Schiffe in Gang. Zur Freude der Menschen an Bord und am Anleger vollführten die Kajakfahrer mit ihren Booten einige Kunststücke. So wurde auch an diesem Anleger wieder für Kurzweil gesorgt. Natürlich wurden Besatzung, Fahrgäste und die beiden Reeder Frank und Jörg Menze wieder von Blasmusik und den örtlichen Honoratioren begrüßt. Spätestens hier haben wir uns etwas gewundert, wie viele gut gelaunte Menschen so eine Saisoneröffnungsfahrt auf die Beine bringt. Die Märchen- und Sagenfiguren waren immer allgegenwärtig. Auf dem Schiff wurden Märchen vorgetragen, der Rattenfänger gab einige Geschichten zum Besten und unterhielt die Fahrgäste schon seit Bad Karlshafen mit seinem Klarinettenspiel. Der Höhe- und Schlusspunkt der Reise war Holzminden. Hier am Anleger war alles für ein Hafenfest vorbereitet. Eine große Bühne für die am Abend vorgesehene Show war bereits aufgebaut. Zahlreiche Buden und Bierstände säumten den Anleger. Seit dem Ablegen in Bad Karlshafen wurde die anfängliche Verspätung wieder aufgeholt und so trafen wir gegen 15.00 Uhr wie geplant in der Stadt der „Düfte und Aromen“ ein. Holzminden ist mit etwas mehr als 20000 Einwohnern seit 2003 das internationale Zentrum der Riech- und Geschmackstoffindustrie. Mit 20000 Einwohnern ist Holzminden zwar keine Großstadt, dafür sind hier aber einige Großunternehmen, ja sogar Weltmarktführer angesiedelt. Als die Schiffe festgemacht hatten, strömten wohl über 1000 Fahrgäste von Bord, um am Hafenfest teilzunehmen. Kleine Leckereien und kühle Getränke hatten jetzt Hochkonjunktur. Für uns war die Reise hier zu Ende. Am Sonntag ging die Saisoneröffnungsfahrt von hier aus bis nach Hameln.
Diese Saisoneröffnungsfahrten werden von der Reederei Flotte Weser seit vielen Jahren durchgeführt. Sie unterstreichen damit den hohen Stellenwert, den die Weser-Fahrtgastschifffahrt für den Tourismus und die Menschen in dieser Region hat. Wenn alle Beteiligten dann ein solches Glück mit dem Wetter haben wie wir in diesem Jahr, ist ein solcher Tagesausflug ein wunderbarer Start in den Sommer und eine tolle Werbung für den regionalen Tourismus sowieso.
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Reederei Flotte Weser
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