Landesgartenschau in Bad Lippspringe

Landesgartenschau, Gartentage, Landpartie, wo ist da eigentlich der Unterschied? Zunächst einmal möchte ich die Gemeinsamkeiten herausstellen. Landes- und Bundesgartenschauen, Landpartien und Gartentage wenden sich in erster Linie an Menschen, für die Natur, Gärten, Gestaltung und natürlich die in diesem Umfeld angebotenen Accessoires interessant sind. Hier finden Sie Entspannung, Erholung und Inspiration zur Gestaltung Ihrer eigenen Gärten.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Gartentagen und -Festivals ist jedoch, dass eine Gartenschau viel Wert auf die Gestaltung der Landschaft legt. Dabei kann ein bereits vorhandenes Areal genutzt und speziell auf die Landesgartenschau zugeschnitten werden, wie z.B. der Kurpark in Bad Lippspringe, oder komplett neu angelegt werden, wie in Hemer oder Lünen. Gartentage wie Dahlheim, Bad Pyrmont oder Corvey sind mit teilweise mehr als 140 Anbietern mehr verkaufsorientiert, auch wenn sie in ein schönes Ambiente eingebettet sind.

Maskottchen Lippolino vor den Mersmannteichen

Maskottchen Lippolino vor den Mersmannteichen

Erstmalig findet die Landesgartenschau vor und in einer Waldkulisse statt. Die Kurstadt Bad Lippspringe ist zudem der kleinste Ort, der je eine Landesgartenschau ausgerichtet hat. Eine weitere Besonderheit Bad Lippspringes ist, dass es eine direkte Verbindung zur Innenstadt gibt was ebenfalls ein einmaliges Szenario ist. Die Landesgartenschau findet in der Zeit vom 12. April bis 17. Oktober statt.

Der 03. Mai war der Tag für unseren Besuch in Bad Lippspringe. Wir erwischten hervorragendes Frühlingswetter mit Temperaturen zwischen 17 – 19 °C. Das gesamte Kurgebiet besteht gleich aus mehreren Parks. Für die Gestaltung des 6,2 ha großen Arminius Parks zeichnete der Gartenbaudirektor Nölting verantwortlich. Ihm schließt sich der um 1900 angelegte Jordan Park an. Der jüngste, viele meinen auch der schönste Park ist der erst 1951 erschaffene Kaiser-Karls-Park, früher auch Prachtpark genannt. Hinzu kommt der zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegte ca. 25 ha große Waldpark, er ist ein Teil des früheren Kurwaldes.

Sie sehen also, die Parks sind so weitläufig, dass es schon einen ganzen Tag braucht das meiste von Ihnen nur einmal gesehen zu haben, zumal diese teils nicht direkt miteinander verbunden sind. Den Karlspark und dem Arminiuspark verbindet z.B. die Fußgängerzone von Bad Lippspringe. Um diese Verbindungswege möglichst schonend zu erreichen, verkehrt hier z.B. die Bali-Bahn. Die kleine Elektrobahn verbindet den Kaiser Karlspark und den Arminiuspark. Von dem großen Parkplatz der Landesgartenschau, der einige Kilometer vom Haupteingang entfernt ist, bringt ein Shuttle­bus die Besucher zum Eingang am Kaiser-Karls-Park. Die Bali-Bahn und der Shuttlebus können kostenlos benutzt werden. Während der gesamten Laufzeit der Landesgartenschau finden besondere Veranstaltungen statt. Über diese kann man sich in der offiziellen Broschüre und auf den Internetseiten der Landesgartenschau informieren.

V.l. Clemes Tönnies, Björn Freitag, David Simsek

V.l. Clemes Tönnies, Björn Freitag, David Simsek

Wir wollten uns am 03. Mai zum Start unseres Gartenschautages die große Grillshow mit dem Sterne-und TV-Koch Björn Freitag nicht entgehen lassen. Als wir kurz vor 11.00 Uhr auf der Adlerwiese (dem Veranstaltungsort) eintrafen, hatten dort vor der Freilichtbühne bereits mehrere hundert Besucher auf den bereitgestellten Stühlen Platz genommen. Bürger­meister Andreas Bee begrüßte die Gäste und übergab dann an Clemens Tönnies, der dieses Event sponserte. Björn Freitag, sein Küchenchef David Simsek und Clemens Tönnies machten sich dann gemeinsam ans Werk.

Entrecote (Rib-Eye), marinierte Rippchen und Pulled Pork standen auf dem Küchen- / Grillplan. Der Unternehmer Clemens Tönnies und der Sternekoch Björn Freitag haben durch ihre Tätigkeiten beim Fußballverein Schalke 04 zusammengefunden. Tönnies ist dort Aufsichtsratschef und Björn Freitag der Mannschaftskoch. Nach dem BSE-Skandal zog die Vorliebe für Rindfleisch wieder stetig an und so riet Björn Freitag dem aufmerksamen Publikum die Steaks nicht zu dünn zu schneiden, um durchgegarte Schuhsohlen zu vermeiden. Das Pulled Pork und das Entrecote Steak wurden aus Allgäuer Fersenfleisch zubereitet. Die Rippchen und der Schweinenacken waren vorher mariniert worden und zu den anderen Gerichten gab es köstliche hausgemachte Grillsaucen. Stephanie Peters vom Förderverein der Landesgartenschau und ihr Team verteilten die gegrillten Leckereien dann im Publikum.

Trollhaus

Trollhaus

Nun machten wir uns ganz entspannt auf den Rundgang durch die Landesgartenschau. Nach der Kochshow auf der Adlerwiese ging es durch den Waldpark West. Im Waldpark begeistert die Landesgartenschau insbesondere Familien. Hier können Kinder die Welt der Elfen und Trolle entdecken. Im Schul- und Kitagarten säumen von Kindern angefertigte Installationen bunt bemalter alter Stühlen den Wegrand.

Weiter geht es zu den Mersmannteichen. Das Umfeld der Teiche, mit seinen offenen Wasserflächen, Stegen Dünen und einer großen Liegewiese ist ein besonderes Highlight. Hier wurden von den Ausstellern Gartensessel und Loungemöbel aufgestellt, die von den Besuchern ausgiebig genutzt wurden. Es ist eine Wasserlandschaft mit hoher Verweildauer entstanden. Zwei Stege über die Teiche steigern den Erlebnischarakter. Am Rande der Liegewiese wurde für die Dauer der Gartenschau ein großes Gastronomiezelt aufgebaut. Von Salaten, Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen oder Schnitzel in verschiedenen Variationen reicht hier das Angebot.

Arminius war natürlich auch präsent

Arminius war natürlich auch präsent

Auf dem westlichen Hauptweg passieren wir nun den Staudengarten und die historische Liegehalle. Auf dem Weg liegt auch das Restaurant „Martinus im Park“, das von der Gestaltung her an die erfolgreiche Bäderzeit der Stadt erinnert. Schon kommen wir wieder zum Haupteingang mit den Niewels-Fontänen an dem sich auch der Gärtnermarkt befindet. Verschiedene Aussteller bieten hier an ihren Ständen typische Garten-Accessoires, Kunsthandwerk und auch Gemüsepflanzen, Obstgehölze und Stauden an.

NIEWELS-Fontäne

NIEWELS-Fontäne

Auf der sogenannten „Flaniermeile“ durchqueren wir die Fußgängerzone, welche von den Planern bewusst in die Gartenschau mit einbezogen wurde. Blumenkübel, Hochbeete und urbanes Gärtnern kann man hier betrachten und erleben. Kleine Cafés, Restaurants und Eisdielen laden zum Verweilen ein. Der Arminiuspark, der sich an die Fußgängerzone anschließt ist eine ganz andere Hausnummer. Sehenswert sind hier besonders das Prinzenpalais, die Burgruine, die Lippe- und die Arminiusquelle. Der Arminius­park bildet den gärtnerischen Schwerpunkt der Landesgartenschau. Freizeitgärten, Treffpunkt Landwirtschaft, Grabgestaltung und Blumenhalle dominieren hier die Beiträge der Ausstellung. Die Lage an der Lippequelle und der Burg verleihen diesem Teil der Gartenschau ein besonderes Flair.

Im Kurpark seit Jahrzehnten gewachsene Strukturen und neue, für die Landesgartenschau konzipierte Themen und Objekte, sowie die Einbeziehung der Innenstadt machen einen Besuch hier zu einem besonderen Erlebnis. Aber – lassen Sie sich Zeit.

Weitere Informationen
www.lgs2017.de