Johannisberger Riesling feinherb | VdP. Gutswein
Allein die Zufahrt zur Domaine entlang der ausladenden Allee ist imposant. Bei herrlichstem Spätherbstwetter leuchtet das Schloss Johannisberg in der Sonne. Vor dem eigentlichen Portal befinden sich Zitronenbäume, die belegen, dass hier ein mediterranes Mikroklima vorherrscht.

Axel GutschankEmpfangen wird unsere Fachgruppe von Gutsleiter Christian Witte und Vertriebsleiter Stefan Doktor. Die Führung erstreckt sich entlang des 50. Breitengrades, der genau durch die Weinberge von Schloss Johannisberg führt. „Da arbeiten, wo andere Urlaub machen“, kam mir ein wenig neidvoll in den Sinn. Von meinem Standort am obersten Rand der Weinberge schweifte mein Blick auf den Rhein, der sich breit seinen Weg durch das Tal bahnte. Ja, schon eine fantastische Gegend.

Stefan Doktor und Christian Witte führten uns natürlich auch in die Weinkeller, in denen Fass um Fass lagerten. Ein Gewölbekeller tief unter dem Schloss ausgeleuchtet vom Kerzenschein. Es kann keinen besseren Ort geben um einen Teil der großen Geschichte von Schloss Johannisberg zu erzählen.

weintipp_2015_01_gelblack2013Rund 1 200 Jahre Weinbaugeschichte sind mit dem Johannisberg verbunden: eine bewegte Historie, die im Laufe der Jahrhunderte das erste Riesling-Weingut der Welt und damit eine einzigartige Weinkultur hervorbrachte, die auf dem Johannisberg bis heute Bestand hat. Als Benediktinerkloster gegründet, wird die Johannisberger Abtei schnell zum Mittelpunkt und Initiator des Rheingauer Weinbaus. Im Herzen der unterirdischen Keller-Anlage befindet sich bis heute die „Bibliotheca subterranea“, die berühmte Schatzkammer des Schlosses mit ihren kostbaren Wein-Raritäten aus mehreren Jahrhunderten.

Hier wurde die Spätlese entdeckt und der Eiswein erfunden.
Bei der launigen Weinverkostung hatte ich besondere Trinkfreude mit dem „Gelb­lack“. Früher wurden die verschiedenfarbigen Siegellacke genutzt, um die einzelnen Weinqualitäten zu kennzeichnen. Dieser Tradition ist man auf Johannisberg bis heute treu, wenn auch nur noch mit farblichen Halskrausen.

Zurück zum Wein. Der „Gelblack“ feinherb besticht durch sein helles, brillantes Zitronengelb.
Feine Noten von weißen Blüten, geriebenen Zitronenschalen und Aprikosen verwöhnen die Nase. Am Gaumen zeigt sich eine feine Mineralität untermalt von einem schönen Spiel zwischen Süße und Säure. Besonders gefällt mir bei diesem Wein die Leichtigkeit und Spritzigkeit ohne dass er an Überzeugungskraft auf der Zunge verliert.

Und wo können Sie diesen Wein probieren? Zum Beispiel im Gut Mausbeck, Bochum-Gerthe oder im Haus Lahr, Dortmund-Husen.

Ihr
Axel Gutschank

Weitere Informationen:
www.getraenke-weidlich.de