Museumshof Senne

Der Museumshof Senne liegt im Teutoburger Wald und ist nur ca. 2 Kilometer von der Autobahnausfahrt Bielefeld-Sennestadt (A2) entfernt. Die historische Anlage setzt sich aus mehreren bäuerlichen Fachwerkhäusern zusammen, die zwischen 1607 und 1903 in der Umgebung von Bielefeld ihre Standorte hatten, dort abgebaut und Balken für Balken im Museumshof originalgetreu wiederaufgebaut. Sie haben hier nun eine denkmalgeschützte neue Heimat gefunden. Die Besucher erhalten so einen Eindruck von der Lebensweise früherer Generationen.

Zu dieser Anlage gehören das Handwerkerhaus, der historische Backspeicher, das historische Gasthaus Buschkamp, die Biergarten-Remise Buschkamp, das Auberge le Concarneau und der Bauerngarten. Seit dem 1. August 2015 ist der Spitzenkoch Silvio Eberlein der Pächter der Gastronomie im Museumshof Senne.

Bevor Silvio Eberlein (Jahrgang 1973) in die Selbstständigkeit wechselte und die Gastronomie übernahm, sammelte er Erfahrung als Küchenchef in einigen sehr renommierten Hotels des Landes. Im Auberge le Concarneau war er bereits vor seinen Wanderjahren fast sechs Jahre tätig und sammelte hier auch schon Sterneerfahrung. Nun ist er im Museumhof Senne selbstständiger Unternehmer und Küchenchef. In dieser kurzen Zeit unter seiner Regie erhielt das Historische Gasthaus Buschkamp bereits wieder erste Auszeichnungen (1,5 F im Feinschmecker und 14 Punkte im Gault Millau). Das historische Gasthaus Buschkamp steht für westfälische Gastlichkeit und wurde 1998 „Westfälisches Gasthaus des Jahres“.

Wie eingangs erwähnt besteht der gesamte Museumshof aus historischen Gebäuden, so auch das historische Gasthaus Buschkamp. Mächtige Eichenbalken, eine große Feuerstelle, die Einrichtung, sowie die übrige Ausstattung und Deko fügen sich harmonisch in dieses Umfeld ein.

Ein ganz wesentlicher Bestandteil des Gesamtensembles aber ist die Küche des Silvio Eberlein. Sie ist nur schwer in einigen kurzen Sätzen zu beschreiben. Als erstes einmal natürlich WESTFÄLISCH mit Gerichten wie westfälischer Pickert, Himmel un Ähd, Wurstebrei, Sülze und Grünkohl. Dazu Koteletts, die ordentlich (als ganzes Rack) abgehangen sind und ausschließlich in der Pfanne gebraten werden. „Pommes“ wird man hier nicht finden, dafür aber Bratkartoffeln mit Kartoffeln aus eigenem Anbau. In Reminiszenz an die französische Ära des Auberge le Concarneau findet der Feinschmecker hier aber auch Gerichte mit geangeltem Steinbutt oder Rochenflügeln. Dem Zeitgeist Rechnung tragend und aus Überzeugung bietet Silvio Eberlein seinen Gästen aber auch vegetarische Gerichte und Menüs aus seinem Gemüsegarten an. Die Gerichte heißen dann u.a. „Kraut und Rüben“ oder „Gemüseacker Oben und Unten“.

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In dem alten Bauern- und Kräutergarten findet man noch Mädesüß, Portulak, Beinwell, Tagetes, Austernpflanzen und die Duftgeranie. Zusammen mit den allgemein bekannten Kräutern werden damit herzhafte Kräutersuppen zubereitet. Natürlich wird hier auch Gemüse und Obst angebaut: Mangold, Topinambur, Kohlrabi verschiedene Apfelsorten und die Mispel. Die Kräuter und Gemüse gedeihen hier auf selbst hergestellter „Schwarzer Erde“, auch Inka Erde (Terra preta de indio) genannt. Hierbei handelt es sich um eine alte Kompostierungsart der Indio. Die Erde besteht im Wesentlichen aus Holz- und Pflanzenkohle, Dung Kompost, Küchenabfällen und ist oft durchsetzt mit zerkleinerten Tonscherben. Das ist beste Pflanzenerde.

Unter dem Gasthaus befindet sich der Buschkampkeller, eine urige Partylocation. Hier können 70 Gäste feiern oder kleinen Livekonzerten beiwohnen.

Das Auberge le Concarneau wird heute vor allem für Firmenfeiern und Hochzeiten genutzt. Für die standesamtliche Trauung wurde hier eigens ein Trauzimmer als Außenstelle des Standesamtes Bielefeld eingerichtet. Bis zu 130 Gäste können hier feiern.
Nicht vergessen dürfen wir an dieser Stelle den historischen Backspeicher des Museumsdorfes. Der Backspeicher ist ein großer Backofen und ein Naturkostladen der besonderen Art. Brotbacken am Freitag ist hier Chefsache. Neben Brot werden aber auch Kuchen, Kastenpickert und saisonal sogar Gänse und Spanferkel gebacken. Der Brennraum des Ofens wird mit Buchholzscheiten beheizt, die den Ofen auf 250 – 300 °C vorheizen. Gebacken wird viel mit Vollkornmehl, auch die Apfel,- Birnen- und Zwetschgenkuchen. Im Backhaus selbst befindet sich auch der kleine Hofladen. Hier werden neben den ca. 15 Brotsorten wie Kümmelbrot, Sauerkrautbrot, Feigennussbrot oder Bratkartoffelbrot auch Kuchen, Wurstspezialitäten und Eingemachtes angeboten. Außerhalb der Öffnungszeiten kann man alle Produkte auch im historischen Gasthaus erwerben.

Zusammen genommen handelt es sich beim Museumshof um ein Gesamtensemble, das man gesehen haben sollte, auch wenn die Anreise etwas weiter ist.

Weitere Informationen:
www.museumshof-senne.de