Als Koch wird man so manches gefragt, und das immer wieder:
–    Warum bist Du Koch geworden?
–    Wer kocht bei Dir zu Hause?
–    Was isst Du am liebsten?
–    Ist schon mal was schief gegangen?
–    Wann bist Du kreativ, wie entstehen Ideen?

Die Liste der immer wiederkehrenden Fragen ist deutlich zu lang. Und dann kommt auf einmal die Frage: Was ist Dein Lieblingsplatz?

Spontane Antwort: Der Herd, abends im Service. Hört sich blöd an, ist aber so! An hektischen Tagen mit unendlichen vielen Telefonaten, Besprechungen, Meetings, 1 000 Entscheidungen, freue ich mich abends auf den Service. Der Küchenchef im la vie ist Timo Fritsche, er organisiert die Küche, die Mitarbeiter und die Abläufe, sowie Einkauf und Warenkontrolle. Außerdem ist er mit Unterstützung von einem Demi-Chef für den Fischposten verantwortlich. Abends nach dem Abendessen zum Service übernehme ich den Fischposten und koche dann den Abend ganz normal mit. Von „hinten“ aus der Küche habe ich dann immer wieder Ruhe und Zeit allen anderen bei der Arbeit zuzuschauen und zu kontrollieren.

Timo Fritsche macht die Annoncen und den Pass. Wir stimmen uns ab, aber ich bleibe im Hintergrund. Dieses Kochen macht mir einfach zu viel Spaß, sodass ich es nie aufgeben würde.

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Aber ich merke natürlich auch, der Tag ist anstrengend und lang. Die Woche fordert von einem alles und häufig haben wir auch am Wochenende Events.

Meine Arbeit ist kein Sprint sondern Marathon. Und da heißt es auch: im Laufen entspannen. Diese Entspannung finde ich über eine klare Gliederung des Tages. 18 Uhr Abendessen. So ist ein weiterer Lieblingsplatz in meinem Leben eine Bierbankgarnitur auf dem Hof vor der la vie Küchentür. Hier findet das gemeinsame Abendessen der Mitarbeiter statt. Sozusagen „das Auge des Taifun“.
Wann es mir einfach mal zu viel wird, gilt einfach der Spruch: Wenn man keine Zeit hat muss man Sie sich nehmen. Einmal raus aus der Küche, ab nach Hause (Gott sei Dank wohne ich dicht neben dem la vie) und (bitte nicht lachen) 7 Minuten Meditation. Dann einen doppelten Espresso und weiter geht’s.

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Bei der Aufzählung der Lieblingsplätze dürfen die Galerien und Museen in Osnabrück nicht fehlen. Da hilft immer eine Runde im Museum, Kopf frei kriegen und auch Inspiration durch Kunst erfahren.

Apropos Inspiration: Ein weiterer Lieblingsplatz ganz ohne Entspannung ist der Garten am Schloss Ippenburg. Ohne Entspannung, weil mich die Arbeit dort nervös macht, ich würde dort den ganzen Tag hacken, jäten, pflücken, Unkraut zupfen und alles wieder von vorne. Lieblingsplatz wegen der Ruhe aber auch der Vielfalt dort, es gibt immer was zu entdecken. Mit der frischen Ernte dann nach Hause und los geht’s. Herrlich!

Wenn es um wirkliche Entspannung geht ist mein absoluter Lieblingsplatz aber zu Hause. Entweder im Winter vor dem Kamin, gemeinsam mit meiner Frau und einer guten Flasche Wein, dann reden und gemeinsam Spaß haben. An Sommertagen gibt es natürlich auch den romantischen Innenhof meines Hauses. Da zählt jede Stunde wie ein kleiner Urlaub. Aus diesem Grund muss ich nun zum Ende kommen, und den Feierabend noch ein halbes Stündchen unter freiem Himmel genießen.

Also bis bald im la vie – auf dass es dann einer Ihrer Lieblingsplätze wird.

Herzlichst
Thomas Bühner