Das Eisenbahnmuseum Bochum

Der Traum vieler kleiner und großer Jungen war – und ist – das Eisenbahnfahren.
Dabei kann es auch recht nostalgisch zugehen. Gerade die „Dampfrösser“ der vergangenen Eisenbahnepochen üben auf technisch Interessierte einen unwiderstehlichen Reiz aus. Technik zum Anfassen findet man dabei im Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen.

Wir machten uns also kurz vor Saisonschluss auf, das Museum zu besuchen und etwas Dampf und Öl zu schnuppern. Das Museum ist im Winter geschlossen, doch bei strahlendem Sonnenschein konnten wir nach Lust und Laune das Gelände erkunden. Gerade für Kinder bietet das Museum viele Möglichkeiten, nicht nur die Technik zu bestaunen, sondern auch das Gelände zu erkunden, Wagen zu erklettern etc..

Das heutige Eisenbahnmuseum Bochum kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Es hat sich von einem Bahnbetriebswerk zum größten privaten Eisenbahnmuseum in Deutschland entwickelt. Ursprünglich wurde die Anlage in den Jahren 1916 – 1918 als Reparaturwerk für die zahlreichen benachbarten Bahnbetriebswerke errichtet. 1925 wurde sie zum Güterbahnhof mit Schwerpunkt auf den umliegenden Zechen. Bis Mitte der 60er Jahre konnten im Güterbahnhof Bochum-Dahlhausen täglich noch mehr als 2 000 Güterwagen abgefertigt werden. Nachdem Ende der 60er Jahre die Kohleförderung im Ruhrgebiet unrentabel geworden war und die Zechen geschlossen wurden, ist das Bahnbetriebswerk 1969 geschlossen und teilweise zurückgebaut worden.

Jedoch erlebte die Anlage schon vor der allgemeinen Popularität der Industriekultur eine neue Bestimmung. Ab 1968 begann die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) e.V. das Betriebswerksgelände wieder in den Originalzustand der Dampflokzeit zurückzuversetzen. 1977 wurde dann das Eisenbahnmuseum Bochum gegründet und die Anlage ist seitdem komplett von der Deutschen Bundesbahn angemietet worden. Ziel des Eisenbahnmuseums ist dabei nicht nur der Erhalt und die Restaurierung von Fahrzeugen, sondern auch der Aufbau eines eisenbahntypischen Umfeldes mit entsprechenden Gebäuden und technischen Anlagen. Hierfür bietet der Bahnhof perfekte Voraussetzungen.

eisenbahnmuseum_05

Heute gehört das Eisenbahnmuseum Bochum zu den größten Museen seiner Art in Deutschland. Die Fahrzeugsammlung umfasst mehr als 120 Schienenfahrzeuge aus der Zeit von 1853 bis zur Gegenwart. Mit durchschnittlich 50 000 bis 70 000 Besuchern im Jahr gilt es als ein bedeutendes regionales Industrie- und Technik­museum.

Anhand der Exponate gewinnen die Besucher einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Lokomotiven und Wagen der deutschen Eisenbahn. Viele gelten als Rarität, da sie nur noch selten oder als einzig erhaltenes Exemplar vor der Verschrottung bewahrt werden konnten. Aber auch Spezialbereiche des Eisenbahnwesens wie beispielsweise Signaltechnik und Fahrkartendrucker werden anhand erhaltener historischer Geräte dokumentiert. Die Exponate werden von rund 130, meist ehrenamtlich tätigen, Mitarbeitern gepflegt.
Durch den starken ehrenamtlichen Einsatz – übrigens ohne Nachwuchsprobleme – hat das Museum eine Besonderheit: Oft ist es samstags geschlossen, da dieser Tag zur Pflege der Technik vorgesehen ist. Deshalb bietet es sich an, sich im Vorfeld nach den aktuellen Öffnungszeiten zu erkundigen.

eisenbahnmuseum_04

Informieren sollte man sich auch über regelmäßige Veranstaltungen wie Museums- und Kindertage, Workshops, Lokführerstandsmitfahrten usw.. An Sonn- und Feiertagen werden Führungen, Draisinen-, Pendel- und Feldbahnfahrten angeboten und Führungen können während der Woche gebucht werden. Das Museum hat einen regen Betrieb und bietet Interessierten viele Möglichkeiten, nicht nur zu schauen, sondern auch zu partizipieren.

Zusätzlich können das Museum und die Züge für Feiern und Veranstaltungen aller Art angemietet werden – sogar für Filmaufnahmen wie “Das Wunder von Bern” diente der Bahnhof schon als Kulisse.
Für die Zukunft ist noch einiges geplant: das Gelände soll von der Deutschen Bahn angekauft werden, um Zukunftssicherheit zu gewährleisten. Weiterhin wird zur Zeit das didaktische Konzept überarbeitet und modernisiert. Letztendlich soll auch eine moderne Museumsinfrastruktur mit einem neuen Eingangsbereich gebaut werden.

Es bleibt also spannend für das Museum und sicher lohnt sich auch in Zukunft der eine oder andere Besuch.

Weitere Informationen:
www.eisenbahnmuseum-bochum.de